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viernes, 3 de febrero de 2012

Die Araber und der Westen

Wenn man die arabische Welt aus westlicher und noch genauer aus europäischer Perspektive betrachtet, dann fällt als erstes die Asymmetrie auf, die es im gegenseitigen Wissen gibt. Während viele Araber die Europäer sehr gut kennen, haben wir ein verzerrtes stereotypisches Bild von ihnen. Viele Araber sind zweisprachig, ganze Bevölkerungen, die, als Erbe ihrer kolonialen Vergangenheit, die Sprache ihrer ehemaligen Kolonialherren perfekt sprechen. Viele, die heute zur arabischen Elite gehören, haben ihr Universitätsstudium auf Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch oder Russisch gemacht, und es gibt immer mehr, die momentan im Westen leben oder einige Zeit dort gelebt haben, entweder als Emigranten oder als Studenten oder im Exil. Ihre Sprachkenntnisse erlauben ihnen, unsere Rundfunksender zu hören, unsere Presse zu lesen und unser politisches Auf und Nieder, unsere Fahrradrennen und unsere Fußballligen zu verfolgen.

Demgegenüber können nur wenige unter uns die arabische Sprache, sehr wenige können sagen, dass sie die arabisch-islamische Kultur kennen, und vom nordafrikanischen Fußball kennen wir, wenn überhaupt, Zidane. Und wenn das bei uns der Fall ist, so ist der amerikanische Fall noch viel schlimmer. Ein mit mir befreundetes amerikanisches Paar, beide studiert, die einige Tage bei mir verbrachten, nachdem ich von einer Reise aus Tunis zurückgekommen war, wussten nicht genau, ob Tunis eine spanische oder italienische Stadt war. Diese Asymmetrie bewirkt, dass wir, während sie ein sehr klares Wissen von unseren Fähigkeiten und Mängeln haben, ein diffuses stereotypisches Bild des „Araber“ haben, von früher geerbt, dem wir das Bild des Ölproduzenten und des Terroristen hinzugefügt haben, wodurch die Wirklichkeit des mittelständischen Araber verzerrt wird, der weder Rohöl besitzt noch Terrorist ist und selbst, wie alle, unter den Erhöhungen des Benzinpreises und unter den Bomben der Terroristen leidet.

Einige charakteristische Züge der arabischen Kultur
Die zweite Überraschung ist ihre großartige Kultur. Wir müssen zwischen Kultur und Zivilisation unterscheiden. Die Tatsache, dass die arabische Welt in den letzten Jahrzehnten aus einer gering technisierten Agrarwirtschaft herauskommt, stiftet dazu an zu denken, dass sie unkultiviert seien, aber die Wirklichkeit ist das ganz anders. Ihre noch geringe technologische und wissenschaftliche Leistungsfähigkeit bildet einen Gegensatz zu ihrer breiten Kultur. Den Gegensatz dazu finden wir im mittelständischen Amerikaner, Mitglied einer sehr viel mehr technisierten Zivilisation, aber einer niedrigeren Kultur. Damit will ich nicht sagen, dass alle Araber wissen, wer Velásquez, Cervantes, Shakespeare oder Goethe ist, ich meine damit, dass das Volk seine großartige und uralte arabische Kultur beherrscht. Eine Kultur der mündlichen, humanistischen Tradition, eine Tradition der Erinnerung, des tiefen Wissens über den Menschen und des lebendigen Interesses, etwas über die anderen zu erfahren und sie kennen zu lernen. Sie kennen nicht nur den Koran, die Mehrheit der Araber können lange Fragmente von Farazdaq, von Mutanabbi, von Abu Nuwas und vieler anderer auswendig; sie erzählen hunderte von Geschichten, kennen die Heldentaten von Saladin und singen zärtlich die Lieder von Umm Kulzum. Ich sage nicht, dass es keine hervorragenden Physiker, Chemiker und Ingenieure unter den Arabern gibt, und ich will auch nicht sagen, dass es nicht viele Amerikaner mit einer exzellenten humanistischen Kultur gibt. Ich beziehe mich auf den Gegensatz zwischen den durchschnittlichen Bürgern. Der technologische Kontrast ist offensichtlich, und wenn man in beiden Welten gelebt hat, ist auch der kulturelle Kontrast bemerkenswert. Die amerikanischen Kultur ist oberflächlich, egozentrisch und provinziell; die arabische Kultur ist tiefgründiger, dem anderen gegenüber offener und universeller.

Seine Gastfreundschaft, der große Respekt des Araber gegenüber der Intimität des Zuhauses und der Wert der familiären Bindungen, sein Sinn für Humor, seine Wertschätzung der Freundschaft, sein sich entspannen mittels der Sprache und der Unterhaltung, wobei jedes Wort wie ein Schluck Tee mit Minze ausgekostet wird, sowie sein Sinn für die Stammeshierarchie fällt stark auf. Dieser Stammessinn bewirkt, dass sich der Araber stärker mit den Seinen identifiziert und ein tiefes und echtes Gefühl der Familien-, Stammes- und Rassensolidarität hat... Die Hierarchisierung bringt sie dazu, parallel zu den Stammesstreitigkeiten ein echtes Gefühl der pan-arabischen Identität zu spüren, das sich im Antisemitismus geformt und im Kampf von Afghanistan gegen die UdSSR und in der Unterstützung der palästinensischen Sache durch die ganze arabische Welt verhärtet hat. Sie sind sich im Klaren darüber, was Nation bedeutet, als verbindender Wert, wobei die arabische Nation ein verbindendes Konzept ist, das Grenzen überschreitet. Ein lebendiges Gefühl zwischen den Volksmengen, das an dem Fehlen an Einheit zwischen den Regierenden scheitert. Dieses Gefühl zeigt die geringe Repräsentativität der Mehrheit der arabischen Regierungen und den Bruch zwischen dem arabischen Volk und vielen seiner Regierungen an. Die Spannung zwischen den nationalen Unterschieden, die durch die staatlichen Strukturen amtlich sind, und das generelle Streben des Volkes nach Einheit, das zum größten Teil vom integrativen Beispiel der Europäischen Union gespeist wird. Die Grenzen wurden von den westlichen Mächten mit künstlichen Linien gezogen, die Mitglieder eines einzigen Stammes trennen, wie es der Fall der Paschtunen ist, die sich auf beiden Seiten der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan ausbreiten, oder tausendjährigen Wanderwege der nomadischen Stämme unterbrechen, wie es mit den Menschen im Maghreb geschehen ist.

Der Araber hat ein schwerwiegendes Problem, das ihm die Initiative nimmt und seine Verantwortung schmälert: den deterministischen Fatalismus. Dieses Problem teilte er über Jahrhunderte hinweg mit dem christlichen Europa, aber das Dilemma der göttlichen Allwissenheit und der Freiheit wurde endgültig von Leibnitz im 17. Jahrhundert gelöst, als er den Unterschied zwischen Wahrheit und Notwendigkeit klarstellte. Dass du, lieber Leser, diese Zeilen liest, ist nicht notwendig, aber es ist wahr. Dass jemand weiß, dass du das liest, kennt eine Wahrheit, aber das macht es nicht notwendig; dein Handeln ist weiterhin kontingent und frei. Dass Gott seit der ganzen Ewigkeit weiß, dass du das jetzt lesen würdest, macht es auch nicht notwendig. Die göttliche Allwissenheit impliziert weder Determinismus noch schmälert sie die Freiheit. Im Gegenteil, es ist der atheistische Materialismus, der Determinismus impliziert, denn, wie Laplace zeigte, das Materielle ist dem deterministischen Mechanismus unterworfen, bei dem alles wegen seiner Ursachen eintritt, wodurch es vorhersagbar wird. Es ist die Freiheit des Menschen, die es erlaubt, den Determinismus zu berichtigen, da sie zweckorientiert handelt. Deshalb sagt man die Physik voraus und erklärt die Humanwissenschaften. Die Geschichte wird immer im Nachhinein geschrieben, und ebenso die Wirtschaft. Viele könnten einen Einbruch der Börse erklären, nachdem er stattgefunden hat, niemand könnte ihn vorhersagen, manche hätten ihn vielleicht als wahrscheinlich intuitiv erkennen können.

Innerhalb dieses Kontextes ist die Konfrontation zwischen der momentanen westlichen Mentalität und der modernen arabischen Mentalität, die ihren Niederschlag in einem Gefühl von Misstrauen von Seiten der Mehrheit der Abendländer gegenüber den Arabern und einem Dilemma Bewunderung-Verachtung, Anziehung-Ressentiment von Seiten der Mehrheit der Araber gegenüber den Abendländern findet, nicht zu verneinen. Sie sehen uns wie Ungläubige, unmoralisch, materialistisch, egoistisch... und reich. Das ist ein verwirrender Widerspruch zum 5. Vers der 2. Sure des Korans: “Sie (die Gläubigen) sind es, die der Führung ihres Herrn folgen, und sie werden Erfolg haben”, aber der Erfolg scheint die zu bevorzugen, die sie für gottlos halten.

Die Entwicklung der Gefühle des Volkes spiegelt sich in der Entwicklung der arabischen Literatur nach den Unabhängigkeitskriegen von der Kolonialmacht wieder. Vom reinsten Existenzialismus, Frucht der Frustration der Hoffnungen, die in die Unabhängigkeit gesetzt worden waren, in dem sich die Enttäuschung in Lebensangst manifestiert, bis zur verdeckten Kritik an den politischen Regimen, die in historischen Werken mit historischen Kontexten und Szenarien mit klar identifizierbaren zeitgenössischen Problemen, in realistischen Romanen, die eine bittere Wirklichkeit beschreiben, und in Essays über soziale Probleme geübt wird, um damit zu enden, Erzählungen des Absurden in sehr kafkaesker Formulierung hervorzubringen. Das alles zeigt die Ablehnung einer unangenehmen Wirklichkeit, um dann dazu überzugehen, die Hoffnungen in die Texte und Gesänge der islamischen Revolutionäre zu setzen.

Die Lieder sind das spontanste Zeugnis des Gefühls des Volkes, in ihnen vibrieren, außer durch das Besingen der Liebe und das Beweinen des Todes, die Aufrufe zum palästinensischen Widerstands, zur Einheit des arabischen Volkes und zum Kampf als einzige Hoffnung auf Befreiung und Zukunft. Sogar der Schiismus, der sich traditionellerweise mit der Selbstgeißelung und dem Martyrium abgefunden hat, ändert seine Einstellung in Richtung einer kampflustigeren Haltung, wobei man einen aufbrausenden schiitischen Halbmond erahnen kann, vom Süden des Libanon bis Pakistan, über Syrien, den Irak, den Iran und Afghanistan hinweg, eine vom Iran koordinierte Glaubensgemeinschaft, in der die Schiiten aufhören, Araber zu sein. Wir können von Enttäuschung, Frustration, Wunsch nach Rache und Hoffnung auf einen Endsieg, von dem sie glauben, dass er zwangsläufig mit Gottes Hilfe kommen muss, sprechen, denn letztendlich „werden es die Gläubigen sein, die Erfolg haben werden“.

In Bezug auf die Wirklichkeitsauffassung ist der Unterschied zwischen der kontemporären arabischen und der westlichen Sichtweise bemerkenswert. Eine klare und radikale Diskrepanz zwischen unseren beiden Kulturen beginnt schon bei unserer unterschiedlichen Auffassung der Wirklichkeit, wir haben verschiedene Weltanschauungen, ein Unterschied, der sich während des 20. Jahrhunderts entwickelt und verwurzelt hat und den wir mit dem Etikett Konfrontation zwischen Relativismus und Fundamentalismus versehen könnten.


Das westliche Denken
Sehr schematisch, hat drei Phasen durchlaufen, die durch die Entwicklung der Physik gekennzeichnet sind.

Zuerst hatten wir das aristotelische Denken, das wir mit dem Islam während des Mittelalters teilten. Für Aristoteles war die Welt der Mittelpunkt des Universums, ein in konzentrische Sphären eingeteiltes Universum, dass sich in einer regelmäßigen und ewigen Bewegung regte. Es ist ein simples Universum mit fünf Elementen und einem natürlichen Platz für jedes Ding, was die natürlichen Bewegungen mittels einer intuitiven Mechanik erklärt und für alle leicht verständlich ist. Es war ein stabiles, ewiges, geordnetes und bekanntes Universum, das den Menschen als Mittelpunkt und Gott als ersten Antrieb hatte. Da Aristoteles Philosoph war, war das philosophische Denken kohärent zur physikalischen Auffassung des Universums, und deshalb waren die Metaphysik sowie die Physik, die Ethik und die Politik untereinander kohärent, bekannt und weitgehend akzeptiert. Die Gründlichkeit und Kohärenz des aristotelischen Denkens bewirkte, dass es 2000 Jahre überdauerte, während des gesamten klassischen Zeitalters und des Mittelalters, ohne hinterfragt zu werden, denn außerdem stimmte es in einer Zeit, in der es keine Instrumente mit großer Präzision gab, mit den Beobachtungen des täglichen Lebens überein. In dieser langen Etappe stimmten Europa und das arabische Denken vollständige überein, wobei es in diesen Jahrhunderten viele technische und wissenschaftliche Beiträge der Araber zum europäischen Wissen gab. Es musste erst Galileo mit seinem Teleskop kommen, um zu verstehen, dass die Gestirne nicht aus einer fünften Essenz gemacht waren und auch nicht rein waren, und dass die Erde nicht ruhig im Zentrum des Universums stand.

Das moderne Zeitalter bringt Newton mit sich. Mit seiner Mechanik hört die Erde endgültig auf, der Mittelpunkt der himmlischen Bewegung zu sein, und es werden eine Reihe von universellen Gesetzen anerkannt, die in der Physik im Himmel und auf der Erde Gültigkeit haben. Die Sonne ist das Zentrum des Universums, und Kepler hatte bewiesen, dass die Umlaufbahnen der Planeten elliptisch sind, eine Tatsache, die Newton mit der Theorie von der Schwerkraft nachweist. Wir haben das Glück, dass Kant die Werke von Newton liest, durcharbeitet und versteht, wodurch er das kritische Denken entwickelt, ausgehen von der Frage nach der Wahrheit der universellen Gesetze a priori, die bei ihm die Lektüre von Newton aufwirft. Die Vernunft zeigt sich als Schlüssel zum Wahrheitswissen. Es entstehen die reine Vernunft und der kategorische Imperativ. Die Zeit und der Raum werden Formen der Empfindsamkeit. Der Mensch ist nicht das Zentrum, aber er weiß, wo das Zentrum ist. Gott und sein Werk sind rationell, und der Mensch besitzt die Vernunft, um sie kennen zu lernen und zu wissen, was er tun soll. Der kategorische Imperativ ist ein klar moralisches, rationelles und universelles Kriterium. Nur eine Hand voll arabischer Intellektueller, Erben von Averroes, akzeptierten die rationelle Kritik in dem Bemühen, die Vernunft und den Glauben zu vereinen, wobei der Salafismus eine Hoffnung auf Aussöhnung zwischen Tradition und Moderne eröffnete. Nur eine kleine Gruppe von Intellektuellen nahm die Moderne an und akzeptierte das kritische Denken. Mit der Nahda (der Renaissance) seit Mitte de 19. Jahrhunderts und bis zu Beginn der 20. Jahrhunderts begann das Bemühen, die Moderne zu verarbeiten, und es erwachte das Interesse, zu reisen und in Europa zu studieren. Tahtawi kam fasziniert aus Paris zurück und Huda Shaarwi zog sich nach ihrer Ankunft aus Rom im Bahnhof von Kairo herausfordernd den Hidschab aus. Die Nahda war ähnlich wie die japanische Meiji-Restauration, aber die arabische Modernisierung war eine eher kulturelle Bewegung, und die japanische eher wissenschaftlich. Die Araber interessierten sich für die Lebensformen, die Lehrmethoden und die westliche Literatur, die Japaner interessierte am Westen nur die Physik. Der Unterschied zwischen den Konsequenzen der jeweiligen Fragestellung ist offenkundig.

Im Westen schließt die Moderne mit Einstein, der uns die Augen für die Relativität öffnet und die Menschheit in der Erwartung eines neuen Kant zurücklässt, der das versteht, darüber nachdenkt und die erkenntnistheoretischen und moralischen Implikationen der Relativität erklärt. Das Problem unserer Zeit liegt darin, das wir alle von Einstein gehört haben und dass es uns gekannt vorkommt, dass alles relativ ist, aber wenige haben sich die Mühe gemacht zu verstehen, war die physikalische Relativität wirklich bedeutet und beinhaltet. Das moderne westliche Denken ist verwirrt und in einer Konfrontation mit dem radikalen islamischen Denken versunken. Der Grund für diese Verwirrung liegt darin, dass das Prinzip der Relativität als absolut angenommen wurde. Zu denken, dass „alles relativ ist“, und dieses zu denken, als wenn es ein unwiderlegliches und somit absolutes Prinzip wäre, führt, aus dem Widerspruch zu sich selbst heraus, zu einer Reihe von Schlussfolgerungen mit traumatischen persönlichen und sozialen Konsequenzen.

Die erste Konsequenz, wenn man das Relativitätspinzip als Basis nimmt, ist, dass die Wahrheit nicht existiert, was schon ein Widerspruch zum eigentlichen Relativitätsprinzip darstellt, denn dann wäre es nicht wahr. Das beweist seine Haltlosigkeit als Grundprinzip. Die nächste Implikation ist die Verneinung jeglicher Autorität, denn wenn es keine Wahrheit gibt, dann ist niemand in der Lage zu sagen, was man wissen muss noch was man tun soll. Als Konsequenz daraus gibt es auch keine Moral, und weil alles relativ ist und niemand sagen kann, was zu tun ist, ist alles gültig. Und da außerdem niemand die Wahrheit sagen kann, muss man auf niemanden hören. Auch die Verpflichtungen müssen nicht eingehalten werden, denn sie sind schon relativ in dem Moment, in dem sie eingegangen werden, was sie in einer Zukunft, in der die Umstände anders und wir selbst andere sein werden, ungültig macht. Das heißt, dass wir nicht nur dazu tendieren, alle Verpflichtungen abzulehnen, sondern dass wir uns als identitätslos empfinden, da wir nicht diejenigen sind, die wir in der Zukunft sein werden oder die wir vorher waren, und als solche keine Verantwortung für unser eigenes Handeln tragen, da der Verursacher von dem, was wir getan haben, ein anderes Ich war, das schon verschwunden ist, und derjenige, der für das, was wir heute machen, gerade stehen soll, ist ein Ich, das noch nicht existiert. Die Rückwirkungen sind verhängnisvoll: nichts ist wahr, nichts hat Wert, auch nicht das Leben, man kann lügen, man kann töten, es gibt kein Gesetz und keine Norm, noch gültige Autorität, noch ein gegebenes Wort, noch Verantwortung. Alles ist hinterfragbar, und das Kriterium, das zählt, ist meine persönliche Meinung.

Gegenüber diesem radikalen Relativismus, der absurd, aber im Westen weit verbreitet ist, findet sich der Fundamentalismus, nicht weniger radikal. Für den Fundamentalismus gibt es eine absolute und bekannte Wahrheit, kontextgebunden, der man folgen und treu und blind gehorchen muss, ohne Ausnahme und ohne Kritik. Nur die unterwürfige Haltung des Moslems passt dazu. Die Wahrheit steht im Koran, und es gibt keine andere. Der Dogmatismus hat den Vorteil, dass er Sicherheit, Identifizierung mit anderen Gläubigen und nicht zu hinterfragende Leitlinien für das Verhalten gibt. Außerdem erspart er uns, dass wir über unsere eigenen Glaubensüberzeugungen nachdenken und sie hinterfragen müssen, wobei wir das kritische Denken parken. Ein Vorteil davon, den Hidschab zu tragen, ist das Gefühl der Brüderlichkeit, das es verleiht. Niemals zuvor war das arabischen Denken so weit vom westlichen entfernt, was für ein Unterschied zu der Zeit, wie wir uns erinnert haben, in der wir Jahrhunderte lang die gleiche Weltanschauung teilten und der Dialog verständlich und fließend war. Heute herrscht das Unverständnis vor. Ohne Führung und weit von der Wahrheit entfernt versenken wir uns in den Weg des äußeren Scheins und der persönlichen Meinungen, ohne auf der Höhe unserer eigenen Zeit zu sein, denn wir haben Einstein nicht verstanden, noch schlimmer: wir sind zum Denken der Zeit vor Parmenides zurückgekehrt, in der der beobachtbare äußere Schein vor der Wahrheit vorherrschte, eine versteckte, aber der Vernunft zugängliche Wahrheit. Diese Art des Denkens wird von einem Islam, der sich auf das Erkennen und das Anerkennen einer offen gelegten, nicht diskutierbaren und nicht hinterfragbaren Wahrheit stützt, geradeheraus abgelehnt. Es ist schon 26 Jahrhunderte her, dass Parmenides davor warnte, dem Weg der Meinung zu folgen, und er machte auf die Zweckmäßigkeit aufmerksam, den Weg der Wahrheit zu suchen und ihm zu folgen. Aber es ist klar, dass es, wenn es keine Wahrheit gibt, keinen Weg gibt...

Uns kommt es jetzt bekannt vor, dass sich die Zeit und der Raum in eine Gesamtheit von relativen Dimensionen einfügen. Das Universum hat keinen Mittelpunkt, der Mensch ist darin verloren und Gott, wenn er denn existiert, scheint nicht in der Welt anwesend zu sein. Die Vernunft bleibt reduziert auf die praktische Vernunft, und die praktische Wahrheit wird zu Technologie, so dass wahr ist, was funktioniert, so lange es funktioniert. Wir können nur den Geräten vertrauen, und der Mensch, der sowohl die enthüllende Vernunft als auch den Glauben an das Enthüllte geparkt hat, ist dem Gefühl und dem Wunsch verfallen, einem Wunsch, der aufgehört hat, der Wunsch nach Wahrheit zu ein, und nur noch ein Wunsch nach Dingen ist. Heute ist der Mensch ein Wesen, das in den argwöhnischen Augen anderer Menschen verdächtig und drohend ist. Der Andere ist plötzlich ein Fremder. Das alter ego ist nicht mehr der Mensch, irgendein Mensch, sondern nur der, der so wie ich denkt, nachdem er meine eigene Sichtweise angenommen hat. Und wenn etwas nicht funktioniert – das Auto springt nicht an, der Computer funktioniert nicht oder das Licht fällt aus -, dann fühlen wir uns verloren in einer unverständlichen und feindseligen Welt. In der Politik ist die Wahrheit nicht wichtig, sondern nur die Meinung der Mehrheit, auch wenn sie sich täuscht. Bei der Moral, um noch etwas hinzuzufügen, zählt nur die eigene subjektive Meinung. Glücklicherweise existiert die Wahrheit, wie die Fundamentalisten behaupten. Eine andere Sache ist es, dass, wie die Relativisten verfechten, niemand von uns im Besitz der Wahrheit ist und dass wir alle eine relative Sichtweise haben, von der aus wir nur eine persönliche Meinung erreichen können, und zwar von einem voreingenommenen Standpunkt aus. Trotzdem, um auf die Relativitätsphysik zurückzukommen, wissen die Physiker, dass die Lorenz-Gleichungen erlauben, die Eigenschaften eines Objekt zu kennen, wenn wir unsere eigene relative Position kennen und wir von ihr aus die äußerlichen Merkmale, die wir von unserer Perspektive aus von dem beobachteten Objekt beobachten können, bemessen. Das heißt, es gibt eine Wahrheit, die wir einschätzen können, aber nur dann, wenn wir uns unserer eigenen Relativität bewusst sind und der voreingenommenen und relativen Eigenschaft, die unser Wissen hat.

Jeder von uns kann eine andere Vorstellung von einem Stuhl haben und sich, in Bezugnahme auf diese Vorstellung, seine eigene Meinung, die eine andere Meinung sein kann als die, die derjenige hat, der auf dem selben Stuhl sitzt, über den Stuhl bilden, aber die Tatsache, dass keiner von uns eine vollständige Sicht des Stuhls hat, ist kein Grund dafür zu denken, dass es keinen Stuhl gibt. Es gibt eine ontologische Wahrheit des Stuhls, die der Stuhl selbst ist, unabhängig davon, wie wir ihn sehen oder ob er überhaupt von jemandem angesehen wird oder nicht. Wenn es keine Wahrheit gäbe, gäbe es keine Wirklichkeit. Das merkwürdigste ist, dass Einstein nie gesagt hat: „Alles ist relativ“, ganz im Gegenteil, er hat gesagt, dass die Lichtgeschwindigkeit eine absolute Konstante ist. Die Relativität ist eine Eigenschaft der Wahrnehmung, des Anscheins, aber sie fügt der Essenz des Beobachteten nichts zu, obwohl Schrödinger sagt, dass wir durch das Beobachten verändern, was nicht leugnet, dass es existiert, sondern es bestätigt seine Existenz. Wir verändern auch jedes Werkzeug beim Gebrauch, aber deshalb ist es nicht weniger real, und wenn wir es nicht veränderten, dann müsste man weder Scheren schleifen noch Bleistifte spitzen.

Es gibt einen Teil der Wirklichkeit, der besonders faszinierend ist, und das ist die Wirklichkeit des anderen. Es ist war, dass der andere, genau wie jeder von uns, von der Wirklichkeit nichts weiter kennt als das, was ihn sein eigener Standpunkt sehen lässt, aber in Bezug auf jenen Teil der Wirklichkeit, die er selbst darstellt, müssen wir anerkennen, dass er einen privilegierten Standpunkt hat, denn er ist in dem „in sich“ seiner selbst. Deshalb können wir seit Einstein-Lorenz den radikalen Wahrheitswert, den die These des Cogito von Descartes hat, wiedergewinnen. Der andere mag vieles nicht wissen, aber er weiß, was er denkt, auch wenn es falsch sein sollte, was er denkt. Wir können also Aspekte der Wahrheit des anderen aufdecken, wenn er uns sagt, was er denkt, und wir können, wenn wir ihm zuhören, verstehen, dass, auch wenn das, was er sagt, nichts als eine Meinung, seine Meinung über die Dinge, über die er spricht, ist, wenn er wahrheitsgemäß spricht, dann ist das, was er sagt, die Wahrheit über seine Meinung und als solches ein richtiger Aspekt seiner selbst. Ein Farbenblinder könnte sagen, dass er einen grünen Stuhl rot sieht; es wäre falsch, dass der Stuhl rot ist, wahrscheinlich hat der Stuhl selbst keine Farbe, aber es wäre wahr, dass er ihn rot sieht. Wenn man die Wahrheit der Meinung des anderen aufdeckt, erleichtert das, unsere eigene Relativität und das über unsere Meinung Meinbare aufdecken zu können.

Daraus ergibt sich die Wichtigkeit des Dialogs als Mittel, um die Wahrheit des anderen und die Relativität unserer eigenen Meinung kennen zu lernen, um uns gemeinsam der Weltwahrheit zu nähern. Eine Voraussetzung, um uns der Wahrheit zu nähern, ist es, die Relativität unserer eigenen Meinungen anzunehmen und ausgehend von diesem Wissen Lorenz anzuwenden, das heißt unsere Meinung auf der Basis unserer eigenen Relativität, unserer größeren oder kleineren Nähe (in einem weiten Konzept) zur Wirklichkeit, über die wir unsere Meinung äußern, und die Beweglichkeit dieser (im weitesten Sinn von Veränderung) zu berichtigen, indem wir die ebenfalls relative Information annehmen, die uns der andere von seinem persönlichen Standpunkt aus verschafft. Der Dialog ist undurchführbar, wenn einer der beiden sich im Besitz der Wahrheit glaubt und jede Art von abtrünniger Meinung für einen Angriff auf seine eigene Integrität hält. Der dogmatische Fundamentalismus ist genau so wenig fähig, die Wahrheit zu erreichen, wie der uneingeschränkte Relativismus. Ersterer, weil er, indem er seine Meinung mit der Wahrheit verwechselt, sich im Besitz dieser glaubt und sie nicht sucht, wobei er zusätzlich den schweren Fehler begeht, die Relativität seiner Meinungen nicht zu kennen, wodurch ihm eine Grundvoraussetzung fehlt, um sich der Wahrheit zu nähern. Letzterer, weil er, indem er denkt, dass die Wahrheit nicht existiert, darauf verzichtet hat, sie zu suchen.

In jedem Fall müsste der Westen die Relativität des Relativitätsprinzips annehmen und ebenso, dass das Unwissen, das wir von der Wahrheit haben, nicht seine Inexistenz bedeutet. Wir müssen die Wahrheit wiederentdecken. Außerdem kann, wenn wir die Meinung des anderen kennen lernen, das nur unsere eigene bereichern. Der Dialog, das kommunikative Handeln wie Habermas sagen würde, ist nur von der Bescheidenheit der Anerkennung des persönlichen Relativismus aus mit der Hoffnung auf eine erreichbare gemeinsame Wahrheit mittels der gegenseitigen Bereicherung, mittels der Kommunikation, durch das Zusammenstellen der von den verschiedenen Standpunkten aus verfügbaren Information möglich. Da unsere eigene Meinung relativ ist, brauchen wir die Meinung des anderen, um die Wahrheit zu erkennen. Der Dogmatiker sollte sich dessen bewusst sein, dass das, was er als Wahrheitswissen annimmt, nur eine Interpretation ist, seine Interpretation eines Texte, wie richtig dieser Text auch sei.

Einer der Gründe für die radikale Desorientierung des momentanen Denkens entsteht wahrscheinlich durch die Trennung der wissenschaftlichen Lehre und der Lehre der Geisteswissenschaften. Das Wissen ist eins, und es gibt kein wirkliches Wissen, wenn es ein halbes Wissen ist. Es stimmt, dass der große Umfang des Wissens und die Kürze des Lebens zu einer Spezialisierung führt, aber das sollte nicht ein Fehlen einer mittleren Bildung, die zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften ausgewogen ist, mit sich bringen. Platon forderte Kenntnisse der Geometrie, um Philosophie zu studieren, heute müsste man Physik studieren, um ein guter Philosoph sein zu können, und Philosophie, um ein guter Physiker sein zu können. Das ist etwas, was viele Physiker machen. Unsere Differenzen mit anderen Denkensarten entsteht im Aufeinanderprallen zweier unvollkommener Bildungssysteme aufgrund ihrer übermäßigen Spezialisierung.

Eines der uralten Missverständnisse zwischen Islam und Christentum liegt in der islamischen Wahrnehmung, dass die Dreieinigkeit Polytheismus bedeutet. Bei einem Gespräch über dieses Problem, das ich mit zwei jemenitischen Imamen in Sanaa führte, kamen wir zu der folgenden Übereinkunft:

• Es gibt nur einen Gott, und es gibt keinen anderen Gott als Gott.
• Gott gibt sich dem Menschen zu erkennen, und der Mensch kann Gott nur durch seine Offenbarung erkennen.
• Eine natürliche Offenbarung Gottes ist die als Schöpfer, indem er sich als solcher in der Natur zu erkennen gibt.
• Eine andere göttliche Offenbarung zeigt sich im tiefsten Inneren des Herzens des Menschen, wenn dieser auf der Suche nach Gott in sich meditiert.
• Die andere Offenbarung Gottes dem Menschen gegenüber ist das Wort, das sich als Wort Gottes offenbart.
• Die Tatsache, dass sich Gott als Schöpfer, als Geist und als Wort offenbart, bedeutet nicht, dass es drei Götter sind.

Wir drei waren uns einig, aber einer der Imame stellte klar: „Wir sind uns einig, aber die wirkliche Offenbarung geschieht im Wort des Korans.“ Wir haben wirklich zwei Glaubensbekenntnisse, aber wir sollten Missverständnisse vermeiden. Das schlimmste Missverständnis entsteht, wenn sich der dogmatische Fundamentalismus auf theologischen Grundlagen, die von der Politik manipuliert sind, radikalisiert.

Gefühl der Frustration in der arabischen Welt

Woher kommt dieses allgemeine Gefühl der Frustration in der arabischen Welt?
Beim Betrachten der historischen Entwicklung der arabischen Welt seit der Renaissance finden wir eine blühende und mächtige arabische Nation, deren Wohlstand vom Monopol kam, das sie über den Handel zwischen Ost und West hatte. Ende des 15. Jahrhunderts sehen die Araber, wie die Portugiesen eine neue Rute nach Indien eröffnen, eine Rute, die später die Holländer und die Briten erben würden, wodurch ihnen die wichtigste Quelle ihres Reichtums entzogen wurde. Ihre Hafenbarkassen, die für ruhige Meere geeignet waren, waren leichte Beute gegenüber den transatlantischen Schiffen. Vier Jahrhunderte später zerbricht mit dem Verschwinden des Sultanats von Istanbul endgültig die letzte Spur der arabischen Einheit, wodurch eine Kolonialepoche der totalen Abhängigkeit vom Westen unterstützt wird. Wir können vier historische Etappen seit dem Ende des 18. Jahrhunderts unterscheiden: die koloniale Phase, die laizistischen nationalistischen Staaten, das Auftauchen des islamischen Nationalismus und die schrittweise Entwicklung des Panarabismus als Gefühl, das im Prozess der allgemeinen Verbreitung war, das jedoch als Konsequenz einer wiederholten Frustration nach aufeinander folgenden Niederlagen und nach dem Tod von Nasser abrupt endet. Es entsteht der Verdruss der Niederlage und das Auftauchen der Fundamentalismus.

Die Daten der Übergänge sind nicht immer exakt, im Allgemeinen findet der Schritt von einer Etappe zur nächsten während einer Zeitspanne, die jedes Land in einem anderen Moment betrifft, statt, wobei jede Epoche beginnt, bevor die vorherige vollständig geendet hat. Der Kolonialismus beginnt mit der Landung Napoleons in Alexandria im Jahr 1798, und reicht bis zur jeweiligen Unabhängigkeit der verschiedenen kolonisierten arabischen Länder. Die türkische Eroberung, mit britischer Unterstützung, stellte die Wachablösung der Franzosen durch die Engländer dar, wodurch die britische Präsenz begann, die bis zur Sueskriese von 1956 dauern sollte.

Mit dem Sieg der westlichen Mächte über die Türkei im ersten Weltkrieg wird die letzte Spur der arabischen Einheit endgültig verwischt, und der Prozess der Kolonialisierung breitet sich vollständig aus. 1919 bestätigen die Abkommen des Versailler Friedens die Aufteilung der arabischen Gebiete zwischen England und Frankreich. Als Konsequenz behielt Großbritannien Ägypten und eignete sich Jordanien, den Irak und Palästina an, während Frankreich den Libanon und Syrien erhielt und freie Hand hatte, sich Tunesiens, Algeriens und Marokkos zu bemächtigen. Man zieht auf den Landkarten Linien, die auf den Sand leerer Wüsten voller Erdöl Auswirkung haben. Die Unabhängigkeitskriege werden von Arabern geleitet, die den Invasoren gut kennen, sie sprechen seine Sprache und sie haben im Mutterland studiert. Die Staaten, die aus der Unabhängigkeit entstehen, haben laizistische Verfassungen nach europäischem Muster und einen stark nationalistischen Stil, der im Kampf um die Unabhängigkeit entstanden ist.

Parallel zur Kampf gegen die Kolonialherrschaft ruft die Anwesenheit von Ausländern Anfänge von Selbstkritik hervor, die Anlass zu einer Reihe von religiösen Erneuerungsbewegungen und von kultureller Renaissance geben. Die politische Frustration wirft das Dilemma auf, wie es möglich ist, dass die Hüternation der göttlichen (im Sinne des Koran) Offenbarung durch Mächte der Ungläubigen unterworfen sein kann. Die Antwort ist die traditionelle semitische Antwort, die in der Bibel bei den großen historischen Krisen des jüdischen Volkes wiederholt wird: „Wir haben uns vom Glauben entfernt und müssen zu den religiösen Praktiken zurückkehren, um aus dem Zustand des politischen und wirtschaftlichen Daniederliegens zu entkommen“. Um 1928 entstehen auf dieser Grundlage eine Reihe von Initiativen, die den Glauben an die Zukunft in das Wiederbeleben der religiösen Handlungen und die Erneuerung des Islams setzen. Aus ihnen ragt die Muslimbruderschaft heraus, deren Motto ist: „Der Islam ist die Lösung“. Sie wurde von Hassan al-Banna gegründet, und ihre politischen Tendenzen bewirkten, dass sie von den Machthabern der neuen nationalistischen und laizistischen Republiken verfolgt wurde. Hassan al-Banna wurde 1949 ermordet.

Die verschiedenen Versuche der arabischen Wiedervereinigung der laizistischen Republiken scheitern nach der Niederlage des Nasserismus; die Invasion des Irak in Kuwait war der postume Versuch, diese Tendenz gewaltsam durchzusetzen, aber der Sieg der Iranischen Revolution öffnet eine neue Hoffnung auf den alten Traum der Erneuerung aus dem Glauben heraus. Das persische Beispiel öffnet der panarabischen Union neue Horizonte auf dem Weg des islamistischen Fundamentalismus. Die Wallfahrten nach Mekka sind Gelegenheiten, die Einheit zu leben und die Ideen der Revolution zu verbreiten, aber sie sind auch Grund für Konflikte. Der Krieg des Irak gegen den Iran macht den Unterschied zwischen Arabern und Persern trotz der Religionsgemeinschaft deutlich. Ein althergebrachter Unterschied, der auf die Sassaniden zurückgeht. Dessen ungeachtet stärkt sich der Fundamentalismus in seinem siegreichen Kampf gegen die russischen Invasoren in Afghanistan. Der Sieg untermauert die Ideale. Aber welche Ideale sind das? Oder besser: Aus welchen Ideen wurde der Fundamentalismus geschmiedet?

Vor diesem historischen Hintergrund des wirtschaftlichen Bankrotts, der Auflösung des Sultanats, der territorialen Zerstückelung und der Kolonialisierung, der Gründung des Staates Israel, der Unabhängigkeitskämpfe, der autonomen nationalistischen und laizistischen Staaten, der Frustration der Hoffnungen des Volkes nach der Unabhängigkeit, der Niederlage des Panarabismus, des finanziellen Neokolonialismus’, der integrativen fundamentalistischen Revolution, entsteht eine Reihe von Begriffen, die in gefestigte Termini des Korans eingefügt werden, wodurch ihnen neue Färbungen hinzugefügt werden. Die fundamentalistischen Bewegungen haben ihr Fundament nicht im Koran, sondern in dieser Reihe von von Ideologen verzerrten Termini, die diese manipulieren und ihre traditionelle Bedeutung durch politische Intentionen verändern, die die Mobilisierung der Massen suchen, die sich für die Siege der Iranischen Revolution und für den Abzug der russischen Armee aus Afghanistan begeistern, die durch die Enttäuschung nach der Unabhängigkeit, die aufeinanderfolgenden Niederlagen gegenüber Israel und die wirtschaftliche Unsicherheit großer Massen frustiert sind und die für die traditionelle Benutzung der Religion als politisches Instrument anfällig sind.

Origen del sentimiento de frustración en el mundo árabe

¿De donde surge ese sentimiento generalizado de frustración en el mundo árabe?

Al revisar la trayectoria histórica del mundo árabe desde el inicio del Renacimiento, encontramos a una nación árabe próspera y poderosa, cuya prosperidad le venía fundamentalmente del monopolio que tenía sobre el comercio entre Oriente y Occidente. Al finalizar el siglo XV, los árabes ven como los Portugueses abren una nueva ruta a la India, ruta que más tarde heredarían holandeses y británicos, privándoles de su principal fuente de riqueza. Sus falúas, aptas para mares tranquilos, son presa fácil frente a las naves trasatlánticas. Cuatro siglos más tarde, la desaparición del Sultanato de Estambul quiebra definitivamente el último vestigio de unidad árabe, intensificando una época colonial de total dependencia de Occidente. Podemos apreciar cuatro etapas históricas desde el final del siglo XVIII: la fase colonial, los estados nacionalistas laicos, la aparición de los nacionalismos islámicos y el desarrollo progresivo del panarabismo árabe como sentimiento en proceso de desarrollo, que se trunca como fruto de una reiterada frustración tras las sucesivas derrotas y la desaparición de Nasser. Surgen el sinsabor de la derrota y la emergencia del fundamentalismo.

Las fechas de transición no son siempre precisas, generalmente el paso de una etapa a la siguiente se produce a lo ancho de una franja temporal que afecta en diferentes momentos a cada país, comenzando cada época sin haber terminado del todo la anterior. El colonialismo se inicia con el desembarco de Napoleón en Alejandría en 1798, alcanzando hasta las independencias de los diferentes países árabes colonizados. La reconquista Turca, con apoyo Británico, supuso el relevo de la guarnición Francesa por la Inglesa, iniciándose una presencia Británica que duraría hasta la guerra del Canal de 1956.

Con el triunfo sobre Turquía de las potencias occidentales en la primera guerra mundial, desaparece todo vestigio de unidad árabe y el proceso colonial se generaliza. En 1919, los acuerdos de la Paz de Versalles sancionaban el tratado Sykes-Picot de 1916 con el reparto entre Inglaterra y Francia del territorio árabe. Como consecuencia, El Reino Unido mantenía Egipto y se apropiaba de Jordania, Irak y, más tarde, de Palestina; mientras Francia recibía Líbano y Siria y quedaba en libertad para apoderarse de Túnez, Argelia y Marruecos. Se trazan líneas en los planos que repercuten sobre las arenas de vacíos desiertos llenos de petróleo. Las guerras de independencia son lideradas por árabes que conocen bien al invasor, hablan su idioma y han estudiado en la metrópolis. Los Estados que surgen de la independencia tienen constituciones laicas de molde europeo y un fuerte tono nacionalista fraguado en la lucha por la independencia.

En paralelo a la lucha anticolonial, la presencia extranjera produce unos brotes de autocrítica que dan lugar a una serie de movimientos de renovación religiosa y renacimiento cultural. La frustración política plantea el dilema sobre cómo es posible que siendo la nación depositaria de la revelación divina (coránica), pueden estar sometidos a potencias de infieles. La respuesta es la tradicional respuesta semita que se repite en la Biblia, en las grandes crisis históricas del pueblo judío: “Nos hemos apartado de la fe y debemos volver a las prácticas religiosas para salir del estado de postración política y económica” En torno a 1928 surgen, sobre esa base, una serie de iniciativas que ponen la fe en el futuro en la revitalización de las prácticas religiosas y la renovación del Islam. Entre ellos destacará el movimiento de los Hermanos musulmanes, cuyo lema es: “El Islam es la solución”. Fue fundado por Hasan al Banna, cuyas tendencias políticas les harán ser perseguidos por las autoridades de las nuevas Repúblicas nacionalistas y laicas. Hasan al Banna será asesinado en 1949.

La revolución Irání abre una nueva esperanza al viejo sueño de la renovación desde la fe. El ejemplo persa abre nuevos horizontes a la unión pan árabe por el camino del fundamentalismo islámico. Las peregrinaciones a la Meca son ocasiones de vivir la unidad y propagar los ideales de la revolución, pero también motivo de enfrentamientos. La querra de Irak contra Irán deja clara de difencia entre árabes y persas a pesar de la comunión de fe. Una antigua diferencia que llega desde la época de los sasánidas. Con todo, el fundamentalismo se fortalece en su lucha victoriosa contra el invasor ruso de Afganistán. La victoria refrenda los ideales. Pero ¿cuáles son esos ideales? O mejor, ¿cuáles son las ideas con las que se forjó el fundamentalismo?

Sobre ese trasfondo histórico de quiebra económica, disolución del Sultanato, desmembramiento territorial y ocupación colonial, implantación del Estado de Israel, violencia independentista, estados autonómicos nacionalistas laicos, frustración de las esperanzas populares tras la independencia, derrota del pan-arabismo, neocolonialismo financiero, revolución fundamentalista; van surgiendo una serie de conceptos que se insertan en consolidados términos coránicos inoculándolos de tintes nuevos. Los movimientos fundamentalistas no tienen su fundamento en el Corán, sino en esa serie de términos distorsionados por ideólogos que los manipulan, alterando su significado tradicional con intenciones políticas que buscan la movilización de unas masas enardecidas por los triunfos de la revolución Irání y la retirada del ejército ruso de Afganistán, frustradas por la decepción tras la independencia, las sucesivas derrotas frente a Israel y la precariedad económica de grandes masas, propensas a la tradicional utilización de la religión como instrumento político.

The fundamentalist ideology of Islam

“This war is an ideological war”
President Bush

In order to simplify and at the cost of giving a schematic view more than is due, we will restrict ourselves to four thinkers, two Sunnis: Quotb and Mawdudi; and two Shiites: Shariati and Jomeini. Two Arabs, one Pakistani and a Persian. Their theories were developed through the semantic transformation of a number of Koranic terms, which they boost with new meanings, some with a Marxist sense and all with revolutionary intentions as a reaction against the imperialism of the West and against the pro-Western Arab and Iranian Governments.

The Islamic theorists start from the concept of jahiliya, ignorance. The Koran uses this term to refer to the polytheist situation previous to the preaching of Mahomet, but they update the term to refer to the current situation of ignorance and the failure to practice the Koranic rites and laws by non-practicing Muslims and by impious foreigners. An important conceptual binomial is the pair: hakimiya-ubudiya. Hakimiya is the sovereignty which, according to the Koran, belongs only to God, and ubudiya is the obedience due to this sovereign, which must be total. Islam is the voluntary and absolute submission to the divine will.

The political problem arises when this “sovereignty” is in the hands of an ignorant jahili, in which case, the sovereign is evil, kafir and those who obey him are worthless talin. Both the evil and the worthless are perverse and eliminable takfir.

Two other relevant concepts in fundamentalist and revolutionary political thought are the mostadafine, the disinherited and the mostakbirine, the arrogant. The Koran refers to those who have a right to alms and the rich who do not exercise charity. However, in the fundamentalist, revolutionary literature, the two terms are charged with the Marxist concepts of capitalists and proletarians. Finally, another two terms are the wada, to propagate good, and jihad, to combat evil. There are two sure ways to paradise: to propagate doctrine and combat the kafir. This spirit of combat has a private version of ascetic struggle and a public version of collective struggle as part of the asabiya the union of Islam in solidarity.

With these few terms we have sufficient ingredients to ideologically arm an Islamic revolution. Jomeini justified his revolution on the grounds that the Shah was guilty of jahiliya (ignorance) and, as he held sovereignty (hakimiya), he is a kafir (evil ad impious), consequently, perverse and eliminable, as were his followers. Moreover, those who occupied posts in the Government of the Shah were “arrogant/capitalist” and the rest of the people “dispossessed /proletarians”. With this, he managed to unite the middle class and the proletarian revolutions, those with businesses, the members of the bazar, with no political power, dispossessed of power, joined the young people with no work and no hope in the future, economically dispossessed. The consequence was the Iranian revolution. It is understandable that, after Jomeini landed in Teheran on February 1, 1979, neither the army nor the SAVAK (secret police) opposed him, nobody wanted to be labelled as “worthless at the service of an evil power”. There is a similarity between the lack of resistance to Jomeini in 1979 and the unopposed advance of the Talibans towards Kabul in 1996. There were two good reasons: nobody wanted to appear to be talin and the people associated Islam with Justice.

However, the Shah was not the only kafir in this world. There are other rulers in Islamic countries, who are eliminable, and revolution against these is legitimate, and they are “worthless” like those who back them, among others, the United States. However, the worst was the USSR, the invader of Afghanistan, against which the jihad was declared with the support of Pakistan and the United States. The defeat of the power of the Shah in the name of Allah demonstrated that the power of the evil one, however great it may be in material terms, could do nothing against the invincible spiritual power of Islam. The defeat of the USSR went beyond the most optimistic expectations. The Muyahidines returned victorious to their respective countries: Algeria, Morocco, Palestine, Saudi Arabia, ready to continue the revolution within and beyond the borders of their own countries. Who will be next? Who is the epitome of arrogance, unrepentant in its ignorance, the most powerful and the greatest kafir (ignorant and impious illegitimate holders of power), the richest of the “arrogant/capitalists”, the worst of the “eliminable”? The United States. It is only necessary to repeat this over and over again in the Koranic Schools and in the Friday sermons, reproduce it in cassettes and in pamphlets in order to divulge it widely so that Muyahidines might arise among the “unprotected /proletarians”, with victory assured and ready to enter paradise as martyrs, ready to attack the symbol of the epitome of “capitalism and the usurper of power”: the Twin Towers. Is it possible to assume that a materialist infidel can assume world hegemony?

When Jomeini accused the Shah of being “the evil and impious usurper of legitimate power”, he did have historical reasons, the Palavi family had usurped the throne of Iran. Reza Khan acceded to the throne through a coup d’etat when he was War Minister with Qavam Saltaneh (the eternal Praetorian revolt). He did so with the help of the United Kingdom, which wanted to ensure its oil interests in Masjed Soleyman. The new Shah, imitating Ataturk, promoted lay education against the monopoly of the madrassas of the mosques, he created 2,500 schools and, between other modernising changes, he prohibited the sardari (the typical male suit) and the chador or women’s veil. But it was the last Shah who committed the great sin of nationalising the large properties in order to carry out an agricultural reform, when the large landowners were the ayatollahs. The first public assassination committed by a religious fundamentalist was the killing of the Prime Minister Persa Razmar, on Wednesday March 7, 1951, when he was on his way to the mosque, on the eve of accepting the renewal of the oil contract made by Iran and the British AIOC. Added to the religious motives of the fundamentalists were the economic and political reasons. The attacks in Madrid sought to change the government in Spain.

Actions such as the occupation of Iraq stoked the fundamentalist bonfire and the longer the occupation lasts, the greater will be the fundamentalist capitalisation of the situation as the United States is not only the most “arrogant and powerful”, but has invaded two Muslim countries, has usurped sovereignty and insists on maintaining this in its own interest through puppet governments; while each day its troops publicly show the population their “ignorance” and lack of respect for the norms and customs of Islam, with actions such as searching women in the street or breaking down the doors of private houses breaching their sanctuary, knocking down doors at midnight; consequently, it has shown that it is unrepentantly “perverse and eliminable” and must be combated and a jihad declared against it. The attacks against the occupation forces will be permanent, and threatens to spiral into violence similar to what was unleashed in Palestine with the intifada, but with more resources and with no possibility of solution while the occupying army remains in the zone.

However, the revolutionary objective is not the United States, but Saudi Arabia. A state which cannot be accused of being “impious”, as was the Shah of Persia, nor “arrogant and not attending to the poor”, when it finances a large part of the mosques and madrassas all over the world and does not lack dynastic legitimacy and puritan Wahabi orthodoxy, but it can be accused of being “worthless servants of an impious power”, insofar as it is a vassal of the great “impious one illegitimately holding power”, the United States. To accuse the U.S. Government of being “impious and powerful” is to declare that the Saudi Arabian Government is “a servant at the service of an impious one”. The shots are being fired against the United Stats, but the target is Riad.

The invasions of Afghanistan and Iraq confirm the usurpation of legitimate sovereignty by the United States in the fundamentalist mentality and justify jihad against it. The photographs of Abu Ghrib and the scenes in Guantánamo are not precisely arguments for the defence. If the materialist soviet empire was defeated with the help of Alah, the Islamic militants have no doubts that U.S. materialism will be defeated in a similar way. The attacks against the Westerners who participate in the invasions are justified as these are “impious and illegitimately obtain power as invaders” and the attacks against the local security forces at the service of the governments imposed by the invaders are justified as these are “evil servants at the service of an impious power”. What is certain is that each day more and more persons are ready to sacrifice themselves in order to “execute” the kafir. The most extremist are not satisfied with eliminating the invaders of Iraq and Afghanistan and to resolve the Palestinian conflict, but they also aspire to set up an Islamic Empire in the world, a Caliphat, with the aid of God as “success is for the believers” and, as a first stage, the recuperation of territories that were once islamic, beginning with Jerusalem.

La ideología fundamentalista Islámica

“Esta guerra es una guerra ideológica”. Presidente Bush

Para entender las bases ideológicas del Fundamentalismo Islámico, vamos a limitarnos, a fin de simplificar y al coste de esquematizar quizás más de lo debido, a cuatro pensadores, dos sunnitas: Quotb y Mawdudi; y dos chiitas: Shariati y Jomeini. Dos árabes, un paquistaní y un persa. Sus teorías se desarrollan mediante la transformación semántica de una serie de términos coránicos, a los que potencian con nuevos sentidos, algunos con cierto contenido marxista y todos ellos con una intencionalidad revolucionaria que se encauza como reacción ante el imperialismo de Occidente y contra los gobiernos árabes pro-occidentales.

Los teóricos islámicos parten del concepto de la jahiliya , la ignorancia. El Corán se refiere con este término a la situación politeísta previa a la predicación de Mahoma, pero actualizan el término para referirse a la situación actual de ignorancia y falta de práctica de los ritos y leyes coránicas, tanto por parte de musulmanes no practicantes como de extranjeros impíos. Un binomio conceptual importante es el par: hakimiya-ubudiya. La hakimiya es la soberanía que, según el Corán, pertenece sólo a Dios, y la ubudiya es la obediencia debida a esa soberanía, que debe ser total. Islam es el sometimiento voluntario y absoluto a la voluntad divina.

El problema político surge cuando esa “soberanía” está en manos de un ignorante jahili , en cuyo caso, el soberano es inicuo, kafir y los que le prestan su obediencia son indignos talin. Ambos, inicuos e indignos son perversos y eliminables takfir .

Otro par de conceptos relevantes en el pensamiento político fundamentalista y revolucionario es el de mostadafine , los desheredados y los mostakbirine , los arrogantes. En el Corán se alude a los que tienen derecho a limosna y los ricos que no ejercen la caridad. Pero en la literatura fundamentalista revolucionaria, los dos términos se cargan de los conceptos marxistas de capitalistas y proletarios, en una permanente lucha de clases. Un último par de términos es el de wada , propagar el bien, y jihad combatir el mal. Son dos caminos seguros al paraíso: propagar la doctrina y combatir al kafir . Ese espíritu de lucha tiene una versión privada de lucha ascética y una versión pública de lucha colectiva como parte de la asabiya la unión solidaria del Islam.

Con esos pocos términos tenemos los ingredientes suficientes para armar ideológicamente una revolución islámica. Jomeini justifica su revolución, porque el Sha es reo de jahiliya (de ignorancia) y como ostenta la soberanía (hakimiya) es un kafir (inicuo e impío) y, por consiguiente, un perverso y eliminable. Al igual que sus seguidores. Además, los que ocupan puestos de gobierno con el Sha son “arrogantes/capitalistas” y el resto del pueblo “desposeidos/proletarios”. Con lo cual logra aunar la revolución burguesa con la proletaria, los comerciantes, carentes de poder político, desheredados del poder, se unen con los jóvenes sin trabajo ni esperanza de futuro, desheredados económicamente. La consecuencia es la revolución Irání. Es comprensible que, tras aterrizar Jomeini el 1 de febrero de 1979 en Teheran, ni el ejército ni la SAVAK (policía secreta) se opongan, nadie quiere ser etiquetado de “indignos al servicio de un poder inicuo”. Hay una gran semejanza entre la falta de resistencia ante Jomeini en el 79 y el avance sin resistencia de los Talibanes hacia Kabul en el 96. La razón es doble: nadie quiere aparecer como talin y, por otra parte, el pueblo asocia Islam con Justicia.

Pero el Sha no es el único kafir de este mundo. Hay otros gobernantes de países islámicos reos de ser eliminables, contra los que es legítima la revolución y son “indignos” como quienes los soportan, entre otros, los EE.UU. Pero el peor era la URSS, invasora de Afganistán y contra la cual se declara la jihad con el apoyo de Paquistán y de los EE.UU. La derrota del poder del Sha en el nombre de Alá ha demostrado que el poder del inicuo, por grande que sea en términos materiales, no puede nada contra el invencible poder espiritual del Islam. La derrota de la URSS desbordará las expectativas más optimistas. Los mujaidines regresarán victoriosos a sus respectivos países: Argelia, Marruecos, Palestina, Arabia Sudí,... dispuestos a continuar la revolución dentro y fuera de sus países. ¿Quién será el siguiente?. ¿Quién es el arrogante por antonomasia, el ignorante empedernido, el más poderoso y el mayor kafir (ignorantes e impios detentadores ilegítimos del poder), el más rico de los “arrogantes/capitalistas”, el peor de los “eliminables”: Los EE.UU. Solo queda repetirlo una y otra vez en las escuelas coránicas y en los sermones de los viernes, de reproducirlo en casetes y en pasquines para difundirlo ampliamente, para que, entre los “desamparados/proletarios”, surjan mujaidines , seguros de la victoria y dispuestos a entrar en el paraíso como mártires, que estén listos para atentar contra el símbolo “capitalista y usurpador del poder” por antonomasia: Las Torres Gemelas. ¿Acaso es asumible que un infiel materialista asuma la hegemonía mundial?

Cuando Jomeini acusó al Shah de “inicuo e impío usurpador del poder legítimo”, no estaba falto de razones históricas, la familia Palavi había usurpado el trono de Irán. Reza Khan accedió a la corona mediante un golpe militar cuando era Ministro de la Guerra con Qavam Saltaneh (la eterna revuelta pretoriana). Lo hizo con el apoyo del Reino Unido, que quería asegurar sus intereses petrolíferos en Masjed Soleyman. El nuevo Shah, a imitación de Ataturk, potenció la enseñanza laica, frente al monopolio de las madrazas de las mezquitas, creo 2.500 escuelas y, entre otros cambios modernizadores, prohibió el sardari (el tradicional traje masculino) y el chador o velo femenino. Pero fue el último Shah quien cometió el gran pecado de nacionalizar las grandes propiedades para realizar una reforma agraria, cuando los grandes terratenientes eran los ayatolás. El primer asesinato público cometido por un fundamentalista religioso es la muerte del Primer Ministro Persa Razmar, el miércoles 7 de marzo de 1951, cuando iba camino de la mezquita, en vísperas de aceptar la renovación del contrato petrolífero de Irán con la AIOC británica. A los motivos religiosos de los fundamentalistas se unen motivaciones económicas y políticas. Los atentados de Madrid buscaban un cámbio de gobierno en España.

Acciones como la ocupación de Irak proporciona leña a la hoguera fundamentalista y cuanto más dure la ocupación mayor será la capitalización fundamentalista de ese hecho, ya que los EE.UU. se muestran no sólo como el mayor “arrogante y poderoso”, sino que ha invadido dos paises musulmanes, ha usurpado la soberanía y se empeña en mantenerla para sus intereses mediante gobiernos títeres; a la vez que, diariamente, sus tropas manifiestan públicamente a los ojos de la población su “ignorancia” y falta de respeto por las normas y costumbres islámicas, con acciones como cachear en la vía pública a las mujeres o la vulneración por la fuerza de la patada en la puerta el santuario de las viviendas privadas, derribando puertas a media noche; por consiguiente, se muestra como un “perverso y eliminable” recalcitrante al que hay que combatir y declarar la jihad . Los atentados contra las fuerzas de ocupación serán permanentes, amenazando una espiral de violencia análoga a la que se desencadenó con la entifada en Palestina, pero con más medios, y sin posibilidad de solución en tanto el ejército de ocupación se mantenga en la zona.

Pero el objetivo revolucionario no son los EE.UU, sino Arabia Saudita. Un estado que no puede ser acusado de “impío”, como lo fuera el Sha de Persia, ni de “arrogante que no atiende a los pobres”, cuando financia gran parte de las mezquitas y madrasas de todo el mundo y no esta falto de legitimidad dinástica y ortodoxia puritana wahabista, pero si se le puede acusar de “indignos siervos al servicio de un impio poderoso”, en cuanto vasallo del gran “impío detentador ilegítimo del poder” que son los EE.UU. Acusar al gobierno norteamericano de “impíos y poderosos” es declarar al gobierno saudita como “siervos al servicio de un impío”. Los tiros van contra América pero la diana esta puesta en Riad.

Las invasiones de Afganistán y de Irak confirman en la mentalidad fundamentalista la usurpación de la soberanía legítima por los EE.UU. y justifican la aplicación de la jihad contra ellos. Las fotografías de Abu Ghrib y las escenas de Guantánamo no son precisamente argumentos de descargo. Si con la ayuda de Alá se derrotó al imperio materialista soviético, a los militantes islámicos no les cabe duda que, de análoga manera, se derrotará al materialismo norteamericano. Los atentados contra los occidentales que participan en las invasiones están justificadas por ser ellos “impios que ilegítimamente obtentan el poder como invasores” y los atentados contra las fuerzas de seguridad locales al servicio de los gobiernos impuestos por los invasores quedan justificadas por ser “siervos inícuos al servicio de un impio poderoso”. Lo cierto es que cada día son más los dispuestos al sacrificio por “ejecutar” a los kafir. Los más extremistas no se conforman con eliminar a los invasores de Irak y Afganistán y resolver el conflicto palestino, sino que aspirán a implantar el Califato, el imperio islámico en el mundo, con la ayuda de Dios, pues “el éxito es de los creyentes” y, como primera fase, recuperar los antiguos territorios, empezando por Jerusalen y terminando por Al Andalus.